Generalvollmacht über den Tod hinaus – Postmortale Vollmacht

Grundsätzlich führt eine Vollmacht über den Tod hinaus (transmortale Vollmacht) zur erleichterten Verfügung über Nachlassgegenstände. Auch im Grundbuchverfahren erübrigt sich der Nachweis der Erbfolge durch einen Erbschein gemäß § 35 Absatz 1 Grundbuchordnung. Dies bringt Vorteile insbesondere in den Fällen, in denen die Erbfolge noch nicht sicher fest steht.

Hiervon ist allerdings der Fall auszunehmen, wenn der Bevollmächtigte Alleinerbe des Vollmachtgebers geworden ist. In diesem Fall erlischt die Vollmacht. Die Vollmacht ist eine Form der rechtsgeschäftlichen Stellvertretung und setzt denknotwendig eine Personenverschiedenheit zwischen dem Vertreter und dem rechtsgeschäftlich Vertretenen voraus. Im Falle der Generallvollmacht, die auch über den Tod hinaus wirkt, vertritt der Bevollmächtigte zu Lebzeiten des Erblassers diesen und nach dem Erbfall vertritt er die Erben. Wenn der Bevollmächtigte allerdings Alleinerbe wird entfällt die denknotwendig erforderliche Personenverschiedenheit zwischen dem Bevollmächtigten und den /dem Vertretenen und die Vollmacht erlischt durch Konfusion. Daher ist in diesem Falle im Hinblick auf § 35 GBO ein Erbscheinverfahren erforderlich.