Jede Arbeit ist ihres Lohnes wert

§ 612 Abs. 1 BGB ist Ausdruck des althergebrachten Satzes, dass „jede Arbeit ihres Lohnes wert ist“.

Das Bundesarbeitsgericht hat einer Praktikantin, die ein einjähriges Praktikum in einer Klinik absolvierte, einen Lohnanspruch zugestanden, obwohl in dem Praktikumsvertrag vereinbart war, dass das Praktikum unentgeltlich ist. Die Praktikantin hatte ein Praktikum als Psychotherapeutin im Rahmen ihrer Ausbildung zur Psychotherapeutin absolviert. Es war vereinbart, dass dieses unentgeltlich sein sollte.

Weil die Praktikantin allerdings deutlich höherwertige Tätigkeiten in der zweiten Hälfte des Praktikums verrichtete, die üblicherweise nur durch Psychotherapeuten wahrgenommen werden und die deutlich über die Tätigkeit einer Praktikantin hinausgehen, hat das Bundesarbeitsgericht in Anwendung des obigen Grundsatzes ihr eine ordnungsgemäße Bezahlung zuerkannt.